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Jugendherberge

Vogelsang: Das große Aufatmen

Von Johannes Mager, 14.12.11, 07:01h

Das Landeskabinett verzichtet auf die geplante Jugendherberge. Große Erleichterung in Vogelsang: Die Bauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen „NS-Ordensburg“ können weitergehen. Denn jetzt greift dem „Plan B“.

Jugendwaldheim
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Das Jugendwaldheim bleibt in Urft. (Bild: Mager)
Jugendwaldheim
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Das Jugendwaldheim bleibt in Urft. (Bild: Mager)
VOGELSANG - Um kurz nach 16.30 Uhr läutete gestern NachmittagManfred Poths Telefon. Wenig später konnte der Allgemeine Vertreter des Landrats und Aufsichtsratsvorsitzende von „Vogelsang ip“ tief durchatmen. Der Anrufer hatte ihm mitgeteilt, dass die Plänefür das Gelände der ehemaligen „NS-Ordensburg“ wie geplant weiterverfolgt werden können. Allerdings muss Poth auch einen kräftigen Wermutstropfen hinnehmen: „Das Vorhaben einer Jugendherberge in Vogelsang wird derzeit nicht weiterverfolgt.“ So habe es das Landeskabinett um Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gestern Nachmittag beschlossen, bestätigte gestern Abend Wilhelm Deitermann, Pressesprecher von NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne): „Noch in diesem Jahr werden die 32 Millionen Euro bewilligt.“ Das Ziel, die Maßnahmen bis 2014 abgeschlossen zu haben, soll beibehalten werden.

Dass es in Vogelsang weitergehen wird wie geplant , war in den vergangenen Tagen alles andere als sicher. Der Landesrechnungshof hatte angemerkt, dass es sich bei dem Vorhaben um ein EU-Großprojekt handeln könnte, weil die Gesamtkosten die dafür relevante 50 Millionen-Euro-Grenze überschreiten. Die Europäische Union könnte irgendwann einmal ihre Fördergelder zurückfordern – eine Vorstellung, die manch einem Mitglied der NRW-Landesregierung Falten auf die Stirn getrieben haben könnte.

Doch wenn das Projekt zu einem EU-Großprojekt erklärt worden wäre, hätten die Arbeiten in Vogelsang für den Zeitraum von bis zu einem Jahr stillgestanden, da ein EU-Großprojekt neuer Anträge und Entscheidungen darüber bedarf.

So schauten nun die Verantwortlichen aus dem Kreis Euskirchen bangen Blickes nach Düsseldorf: Würde das Landeskabinett dem „Plan B“ zustimmen, wonach die Jugendherberge aus dem Vorhaben herausgenommen wird, um die Kosten unter die Grenze von 50 Millionen Euro zu senken? Schon in der vergangenen Woche hatte man eine Entscheidung des Kabinetts erwartet. Doch die Beratungen wurden vertagt – was nicht gerade zur Beruhigung im Kreis beitrug. Gestern dann schließlich die erlösende Nachricht.

Jugendwaldheim bleibt in Urft

„Ich bin sehr froh, dass nun wenigstens der große Teil des Vorhabens weitergehen kann“, sagte Poth. Vor allem für die 14 betroffenen Mitarbeiter sei die Nachricht aus Düsseldorf „ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“. Die Zuschüsse von 32 Millionen Euro, die in den nächsten Tagen freigegeben werden sollen, fließen ins Forum Vogelsang (35 Millionen), das Besucherzentrum (1,2 Millionen), die NS-Dokumentation (1,2 Millionen) sowie in die Nationalpark-Ausstellung (3,5 Millionen).

Dadie zunächst geplanten 10 bis 15 Millionen Euro für die Jugendherberge wegfallen, bleibt der Aufwand unterhalb von 50 Millionen Euro. Poth bedauert, dass die Jugendeinrichtungen nun nicht gebaut werden. Allerdings dürften das nicht alle so sehen: Das Vorhaben, das Jugendwaldheim in Urft zugunsten des Standorts Vogelsang aufzugeben, hatte längst nicht nur Fürsprecher gefunden undden Bund der Steuerzahler angesichts der Kosten zu heftiger Kritik veranlasst. Der Standort Urft werde nun wohl nicht aufgegeben, so Poth.



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